Geschichte

Unternehmensgeschichte

Vom Steinsägebetrieb zum modernen Natursteinunternehmen

Die Geschichte von Hantusch Natursteine beginnt lange vor modernen Fertigungsanlagen und digitalen Prozessen. Seit dem späten 19. Jahrhundert ist das Unternehmen eng mit dem Naturstein verbunden – mit seiner Gewinnung, seiner Bearbeitung und dem handwerklichen Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde.

Was als Steinsägebetrieb an der Rosenbach begann, entwickelte sich Schritt für Schritt weiter. Technischer Fortschritt, veränderte politische Rahmenbedingungen und neue Marktanforderungen prägten den Weg des Unternehmens ebenso wie Kontinuität, Verantwortungsbewusstsein und der respektvolle Umgang mit dem Material.

Die Geschichte von Hantusch ist keine Aneinanderreihung schneller Umbrüche, sondern ein gewachsener Verlauf. Sie erzählt von handwerklicher Beständigkeit, von Anpassungsfähigkeit in schwierigen Zeiten und von der konsequenten Weiterentwicklung der Fertigung – immer mit dem Ziel, Naturstein zuverlässig und hochwertig zu verarbeiten.

Bis heute bildet diese gewachsene Erfahrung das Fundament des Unternehmens. Sie prägt die Arbeitsweise, den Qualitätsanspruch und das Verständnis dafür, dass jeder Stein ein Naturprodukt ist und entsprechend behandelt werden muss.

produktion hantusch natursteine

Hantusch - So arbeiten wir

Von der Gewinnung bis zum fertigen Naturstein

Materialien
  • 1887 - Der Ursprung im Naturstein

    Nach seiner Ausbildung und bestandenen Meisterprüfung im Steinmetzhandwerk erwarb Ernst Hantusch die stillgelegte Buschmühle am Rosenbach in Sohland an der Spree. Mithilfe eines Wasserrads baute er die Mühle zu einem Steinsägebetrieb um. Damit wurde der Grundstein für die heutige Unternehmensentwicklung gelegt.

  • 1897 – Gründung eines Natursteinbetriebs

    Ernst Hantusch kaufte die Brückmühle und richtete dort eine weitere Steinsägerei sowie eine Schleiferei ein. Gemeinsam mit seinem Partner Herrn Jordan gründete er die Firma „E. Hantusch & Co. Granit- und Syenitwerke“. Bernhard Mittrach trat in das Unternehmen ein und übernahm die kaufmännische Verantwortung.

  • 1908 – Technische Ausstattung und internationaler Versand

    Nach dem Ausscheiden von Herrn Jordan wurde der Betrieb weiter ausgebaut und technisch ausgestattet. Dazu gehörten unter anderem Sägegatter und Schäuren. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 130 Mitarbeiter im Unternehmen. Gefertigt wurden unter anderem Platten, Grabmale und Denkmale, die nicht nur im Inland, sondern auch nach England, Schweden und in die USA geliefert wurden. Die Rohblöcke stammten aus dem eigenen Steinbruch bei Sebnitz. Zur betrieblichen Infrastruktur gehörten zudem eine eigene Pferdezucht sowie eine firmeneigene Tischlerei.

  • 1929 – Übergang der Unternehmensleitung

    Nach dem Tod des Firmengründers Ernst Hantusch übernahm sein Sohn Bernhard Mittrach die Leitung des Unternehmens und führte den Betrieb im Sinne der bisherigen Tradition weiter.

  • 1941 – Erste Steinmetzmeisterin Deutschlands

    Johanna (Hanni) Mittrach bestand in Dresden erfolgreich die Meisterprüfung im Steinmetzhandwerk und wurde damit die erste Steinmetzmeisterin Deutschlands. Während des Zweiten Weltkriegs konzentrierte sich die Produktion auf das Buschmühlenwerk, da die Brückmühle stillgelegt werden musste.

  • 1946 – Kriegsfolgen & neue Herausforderungen

    Ein Großteil der Mitarbeiter war im Krieg gefallen. Der bisher genutzte Steinbruch im Sudetendeutschen Niederland bei Nixdorf konnte infolge der politischen Veränderungen nicht mehr betrieben werden.

Produkte Rohmaterial
  • 1951 – Neue Leitung und staatliche Beteiligung

    Johannas Ehemann Werner Thomas übernahm die Leitung des Unternehmens. Da der Steinbruch in Nixdorf nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Naturstein fortan aus der Lausitz bezogen. Der Betrieb beschäftigte zu diesem Zeitpunkt rund 50 Mitarbeiter. Gleichzeitig führte die staatliche Zwangsbeteiligung zu einer erheblichen Einschränkung der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit.

  • 1972 – Zwangsverstaatlichung des Betriebs

    Im Zuge der politischen Entwicklungen in der DDR wurde das Unternehmen zwangsvoll verstaatlicht und dem „VEB Lausitzer Granit Demitz-Thumitz“ angegliedert. Notwendige Investitionen blieben aus, Maschinen wurden abgezogen und die Fertigungstiefe reduzierte sich deutlich.

  • 1989 – Produktion unter staatlicher Vorgabe

    Mit rund 70 Beschäftigten wurden überwiegend Seriengrabmale aus Soraer Lamprophyr gefertigt. Die Produktion erfolgte nach staatlichen Vorgaben. Privatkunden spielten kaum eine Rolle, und die Produktvielfalt war aufgrund eingeschränkter Materialien und Technik stark begrenzt.

  • 1990 – Reprivatisierung und Neugründung

    Nach der politischen Wende organisierte Reiner Schulze die Reprivatisierung des Unternehmens. Zum 1. Oktober wurde die Firma als „E. Hantusch GmbH Natursteinveredelung“ neu gegründet. Gesellschafter waren Reiner Schulze, Albert Thomas und Rainer Harig. Ein Großteil der ehemaligen Mitarbeiter konnte übernommen werden, und frühere Kunden wurden schrittweise zurückgewonnen.

  • 1991 – Neuorganisation des Unternehmens

    Unter der Geschäftsführung von Reiner Schulze begann eine umfassende Neuorganisation des Betriebs. Bereiche wie Personalwesen, Einkauf, Kostenrechnung, Investitionen, Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb wurden neu aufgebaut. Erste Investitionen erfolgten unter anderem in moderne Säge- und Poliertechnik.

  • 1994 – Veränderungen im Gesellschafterkreis

    Der Gesellschafter und Verkaufsleiter Rainer Harig schied aus dem Unternehmen aus. Gleichzeitig reduzierte sich die Mitarbeiterzahl leicht aufgrund betrieblicher und gesetzlicher Rahmenbedingungen.

  • 1996 – Strategische Ausrichtung

    Das Unternehmen entwickelte eine langfristige Firmenstrategie, die auf fünf Säulen basierte: Kunde, Produkt, Technologie, Personal und Lieferanten. Ziel war es, hochwertige Natursteinprodukte aus ausgewählten Materialien anzubieten.

  • 1998 – Etablierung am Markt

    Mit rund 30 Mitarbeitern hatte sich Hantusch erfolgreich am deutschen Markt etabliert. Neben der Grabmalfertigung wurde das Sortiment um Natursteine für den Baubereich erweitert, darunter Fliesen, Treppen, Fensterbänke, Arbeitsplatten, Säulen und Mauersteine.

  • 2002 – Ausbau des Tranchenlagers

    Das Tranchenlager wurde auf eine Fläche von 5.000 Quadratmetern erweitert. Kunden konnten nun eine große Auswahl an Materialien und Materialstärken direkt vor Ort begutachten und auswählen.

  • 2003 – Optimierung der Produktionsabläufe

    Zur weiteren Optimierung der Produktionsprozesse wurde Reik Schwaar als Betriebswirt eingestellt. Ziel war es, Abläufe zu strukturieren und neue Technologien für anspruchsvolle Werkstücke einzuführen.

  • 2004 – Investitionen in Technik und Logistik

    Durch Investitionen in neue Verarbeitungstechnik sowie moderne Transportmittel konnten Fertigungszeiten verkürzt, neue Produkte realisiert und die Flexibilität in Produktion und Lieferung deutlich erhöht werden.

  • 2005 – Ausbau des internationalen Natursteinhandels

    Der Handel mit Natursteinen aus aller Welt wurde weiter ausgebaut. In diesem Zuge entstanden zusätzliche Arbeitsplätze in den Bereichen Materialbeschaffung und Auftragsbearbeitung.

Produkte Grabmale
  • 2006 – Erweiterung von Sortiment und Systemen

    Der Direkteinkauf von Naturstein weltweit, der Einsatz moderner Kommunikationssysteme sowie spezieller Softwarelösungen stärkten sowohl die Produktion als auch den Handelsbereich.

  • 2007 – Einführung des Formcenters

    Mit der Inbetriebnahme eines Hensel-Formcenters wurde die präzise Bearbeitung gebogener Konturen möglich. Dadurch konnte der gesamte Fertigungsdurchlauf weiter optimiert werden.

  • 2008 – Generationswechsel und neue Technik

    Der Gesellschafter und Gründungsgesellschafter von 1990, Herr Albert Thomas, übertrug seine Geschäftsanteile auf seinen Sohn. Neben dem geschäftsführenden Gesellschafter Reiner Schulze ist damit Steinmetzmeister Mirko Thomas als Gesellschafter in das Unternehmen eingetreten. Im selben Jahr wurde eine Bidese-Seilsäge in Betrieb genommen. Sie ermöglicht frei programmierbare Konturen bei einer Werkstücktiefe von bis zu 120 cm und einer Länge von bis zu 220 cm. Die Werkstücke können dabei eine Höhe von bis zu 120 cm erreichen. Dadurch wurde die Herstellung anspruchsvoller massiver Bauwerksteine mit beliebiger Profilierung in zwei Achsen möglich, darunter Obelisken, Simse und Kapitelle.

  • 2009 – Erweiterung der Material- und Fertigungsmöglichkeiten

    Rohblöcke aus aller Welt wurden gezielt ausgewählt und in die Fertigung integriert. Zur Erweiterung der Produktionskapazitäten ging eine neue Seitenpoliermaschine in Betrieb. Dadurch konnten Fertigarbeiten präziser und effizienter ausgeführt werden.

  • 2010 – Bearbeitung großformatiger Werkstücke

    Im Jahr 2010 wurde eine Seitenpoliermaschine des Herstellers Hensel angeschafft, mit der Seitenflächen bis zu 30 cm Höhe bearbeitet werden können. Neben geraden Grabmalseiten ist damit nun auch die maschinelle Bearbeitung hoher Sockel, Podeste und Obelisken möglich. Am 7. August wurde das Unternehmen von einer außergewöhnlich schweren Flut infolge langanhaltender Starkregenereignisse im Lausitzer Gebirge und in Böhmen getroffen. Der Wasserstand lag rund 150 cm über dem bekannten Pegel eines Jahrhunderthochwassers. Die Flut verursachte Schäden an technischen Anlagen, Gebäuden und Lagerflächen in Höhe von etwa 200.000 €. Bereits am folgenden Tag begannen engagierte Mitarbeiter mit den Instandsetzungsarbeiten. Durch den Einsatz der Belegschaft, die Unterstützung örtlicher Handwerksbetriebe sowie durch Hilfe des Landratsamtes Bautzen, der Sächsischen Aufbaubank und der Sparkasse Bautzen konnte nach acht Wochen wieder die volle Produktionskapazität erreicht werden. Zusätzlich wurde eine Universal-Gelenkarm-Maschine angeschafft. Sie dient der Bearbeitung von Küchenarbeitsplatten mit Innenausschnitten, Bogenplatten, dem Polieren konvexer Flächen sowie dem Bohren von Löchern und weiteren Bearbeitungsschritten. Damit wurde die technologische Produktionstiefe weiter ausgebaut, sodass nahezu alle Anforderungen der Natursteinveredelung abgedeckt werden können.

  • 2011 – Hochwasser und 125-jähriges Firmenjubiläum

    Zur Vorsorge und zum Hochwasserschutz wurde das alte Generatorhaus an der Rosenbach abgerissen. Das Gelände entlang der Rosenbach wurde auf einer Breite von 6 Metern und einer Länge von 60 Metern abgetragen, um das Flutbett der Rosenbach gezielt zu verbreitern. Im selben Jahr erfolgte die Anschaffung einer CNC-5-Achsen-Brückensäge des Herstellers Breton zur Bearbeitung anspruchsvoller Sägestücke. Damit ist es möglich, Massivwerkstücke automatisiert in 3+2 Achsen zu bearbeiten. Die maximale Bearbeitungsbreite beträgt 180 cm, die mögliche Länge bis zu 320 cm. So können unter anderem gebogene Blockstufen mit Profilen, Portale, Brunnenelemente und weitere komplexe Werkstücke gefertigt werden. Planmäßig wurde zudem ein 80 Meter tiefer Brunnen mit Vorratsbehälter und Druckerhöhungsanlage in Betrieb genommen. Diese Anlage dient der Versorgung der Verarbeitungsmaschinen mit reinstem Brunnenwasser und beendet die direkte Abhängigkeit vom Wasserstand der Rosenbach bei der Wasserentnahme. Südlich des Betriebsgeländes entstand eine neue befestigte Lagerfläche von rund 1.000 m². Dadurch wurde die Neugestaltung der Grabmalausstellung ermöglicht und die nutzbare Fläche deutlich erweitert. Das durch das Hochwasser vollständig zerstörte Büro der Produktionsleitung und Steinmetzmeisterei wurde neu aufgebaut, kundenfreundlicher gestaltet und räumlich deutlich vergrößert. Durch die direkte Anbindung an die Produktionshalle sind nun kurze Informationswege gewährleistet. Die neuen Räumlichkeiten dienen der Produktionsvorbereitung sowie der Einsatz- und Fahrtenplanung im regionalen und überregionalen Außendienst. Am 12. August 2011 feierte das Unternehmen gemeinsam mit seinen Gästen das große Jubiläum „125 Jahre E. Hantusch Natursteine“ sowie „21 Jahre E. Hantusch GmbH Natursteinveredelung“. An diesem Anlass wurde allen Mitarbeitern, treuen Kunden und zuverlässigen Lieferanten für die kollegiale Zusammenarbeit auf dem gemeinsamen Weg gedankt.